Chinas Präsenz im europäischen Patentsystem wächst rasant: Sprecherin des Europäischen Patentamts - Xinhua | German.news.cn

Chinas Präsenz im europäischen Patentsystem wächst rasant: Sprecherin des Europäischen Patentamts

2026-03-31 14:09:07| German.news.cn
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BERLIN, 30. März (Xinhua) -- Chinas Präsenz im europäischen Patentsystem wächst mit zunehmendem Tempo und erstreckt sich von Bereichen, in denen China traditionell stark ist, wie der digitalen Kommunikation, auf ein breiteres und vielfältigeres Spektrum, sagte eine Sprecherin des Europäischen Patentamts (EPA) in einem Exklusivinterview mit Xinhua.

Aus dem in dieser Woche veröffentlichten EPO Technology Dashboard 2025 geht hervor, dass chinesische Unternehmen und Forscher im Jahr 2025 eine Rekordzahl von 22.031 Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt  einreichten, wodurch China erstmals zum drittgrößten Herkunftsland für Patentanmeldungen beim Amt wurde.

„Die Zahl der Anmeldungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent, womit China das Land mit dem schnellsten Wachstum unter den Top 10 der Anmeldeländer war“, sagte Roberta Romano-Götsch, Chief Sustainability Officer und Sprecherin des EPA.

Romano-Götsch wies darauf hin, dass die Bereiche Transport und Halbleiter unter den von chinesischen Anmeldern vertretenen Technologiefeldern mit jeweils mehr als 30 Prozent Wachstum am schnellsten zulegten. China verzeichnete auch in anderen Bereichen wie Biotechnologie und organische Feinchemie eine verstärkte Aktivität.

„Dies ist ein Beleg für die anhaltende Diversifizierung und Erweiterung der chinesischen Innovationslandschaft“, sagte Romano-Götsch.

Sie wies darauf hin, dass es einen längerfristigen Trend gebe, wonach chinesische Unternehmen und Innovatoren zunehmend Patentschutz in Europa suchten. In den letzten zehn Jahren verzeichneten Anmeldungen aus China ein zweistelliges Wachstum und verdreifachten sich von mehr als 7.000 im Jahr 2016 auf mehr als 22.000 im Jahr 2025.

Romano-Götsch führt diesen Trend sowohl auf die starke inländische Innovationskraft als auch auf eine zunehmend globale Ausrichtung chinesischer Unternehmen zurück. „Anhaltende Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E), insbesondere in strategischen Bereichen wie Künstliche Intelligenz (KI), digitale Kommunikation, saubere Energie und Halbleiter, haben die technologische Leistungsfähigkeit chinesischer Innovatoren deutlich gestärkt“, sagte sie.

Insgesamt ging beim EPA im Jahr 2025 eine Rekordzahl von mehr als 200.000 Patentanmeldungen ein, wobei die fünf größten Anmelder die Vereinigten Staaten, Deutschland, China, Japan und Südkorea waren.

Was die Unternehmensrangliste betrifft, belegten der chinesische Technologieriese Huawei und der chinesische Batterieriese Contemporary Amperex Technology Co. Ltd (CATL) den zweiten beziehungsweise den zehnten Platz. Damit schafften es erstmals zwei chinesische Unternehmen unter die Top 10 des EPA. Vier weitere chinesische Unternehmen - Xiaomi, ZTE, OPPO und Tencent - rangierten ebenfalls unter den Top 50.

„Die Internationalisierung chinesischer Patente, einschließlich der Tatsache, dass chinesische Anmelder zunehmend europäische Patente beantragen und erhalten, deutet auf die wachsende globale Bedeutung chinesischer Innovationen sowie auf die Attraktivität des europäischen Technologiemarktes hin“, sagte Romano-Götsch.

Internationale Patentfamilien aus China wachsen laut Romano-Götsch in Schlüsselbranchen mittlerweile schneller als rein inländische Anmeldungen. „Dies deutet darauf hin, dass chinesische Innovatoren ihre Aktivitäten zunehmend auf globale Märkte ausrichten und Portfolios mit internationaler Dimension aufbauen, was Chinas steigende Bedeutung als globaler Innovationsknotenpunkt unterstreicht“, so die Sprecherin.

Mit Blick auf die Zukunft erwartet Romano-Götsch, dass die Computertechnologie in den kommenden Jahren ein zentraler Schwerpunkt der globalen Innovation bleiben werde. Dieser Sektor sei im Jahr 2025 der führende Bereich bei Patentanmeldungen beim EPA gewesen, was durch einen Anstieg der Patentanmeldungen für KI-bezogene Technologien begünstigt worden sei.

„Die Zukunft der Computertechnik ist entscheidend für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die technologische Souveränität und bietet Ländern und Regionen eine unverzichtbare Grundlage für die Entwicklung ihrer eigenen kritischen Technologien“, sagte Romano-Götsch.

Zudem würden auch Patentanmeldungen im Zusammenhang mit Technologien für saubere Energie sowie anderen Methoden zur Erzeugung, Übertragung und Speicherung von Strom voraussichtlich weiter zunehmen, so die Sprecherin. Innovatoren würden damit auf die Energiewende und den Wettlauf zur Erreichung der Klimaziele reagieren.

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