Xinhua Headlines: China teilt Erfolge im Kampf gegen Wüstenbildung mit der Welt - Xinhua | German.news.cn

Xinhua Headlines: China teilt Erfolge im Kampf gegen Wüstenbildung mit der Welt

2026-05-07 10:55:02| German.news.cn
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Die Luftaufnahme einer Drohne zeigt das Grenzgebiet zwischen der Tengger-Wüste und einem Projekt gegen Versandung in Zhongwei im Autonomen Gebiet Ningxia der Hui-Nationalität im Nordwesten Chinas, 30. Juni 2025. (Xinhua/Wang Peng)

BEIJING, 6. Mai (Xinhua) -- Am südöstlichen Rand der chinesischen Tengger-Wüste drückten Arbeiter Bündel aus Strohseilen in einem Rastermuster in den Sand, wie ein riesiges Schachbrett, das die Dünen an Ort und Stelle hält.

„Wir verstärken den Windschutz- und Sandfanggürtel mit einer neu entwickelten Grasgitterbarriere. Sie ist weniger arbeitsintensiv als die traditionelle Variante, schneller zu installieren und hält länger - fünf bis sechs Jahre“, sagte Tang Ximing, ein Forstingenieur in Zhongwei, einer Stadt im Autonomen Gebiet Ningxia der Hui-Nationalität.

Ningxia liegt tief im Nordwesten Chinas und ist auf drei Seiten von Wüsten umgeben. Zhongwei schützt den Korridor, durch den sich die Tengger-Wüste in der Vergangenheit nach Südosten ausbreitete.

In den 1950er Jahren leistete die Stadt Pionierarbeit bei der Stroh-Schachbrett-Technik, um die Eisenbahnstrecke zwischen Baotou und Lanzhou - Chinas erste Eisenbahnlinie durch eine Wüste - davor zu schützen, von Dünen verschüttet zu werden. Es folgten Jahrzehnte kontinuierlicher Bemühungen, und Ningxia wurde schließlich die erste Region auf Provinzebene in China, der es gelang, die Wüstenbildung umzukehren.

Chinas Kampf gegen die Wüstenbildung hat sich im ganzen Land in noch größerem Maßstab entfaltet.

Als eines der weltweit am stärksten von Wüstenbildung betroffenen Länder konzentriert sich Chinas Wüstengebiet hauptsächlich auf den Nordwesten, Norden und Nordosten, die als „Drei Norden“ bezeichnet werden.

Im Jahr 1978 startete China sein wegweisendes ökologisches Projekt, das „Drei-Norden-Schutzwald-Projekt“, das sich zum weltweit größten Aufforstungsprojekt entwickelt hat.

Nach jahrzehntelangen nachhaltigen Anstrengungen hat China 53 Prozent seiner sanierungsfähigen degradierten Flächen unter wirksame Bewirtschaftung gestellt und in den letzten Jahren rund 25 Prozent zur weltweiten Zunahme der Vegetationsdecke beigetragen.

Zudem hat China seinen Kampf gegen die Wüstenbildung zu einem Motor für wirtschaftliche Entwicklung und verbesserte Lebensbedingungen gemacht.

In einer Fabrik in der Autonomen Region Innere Mongolei im Norden Chinas werden Holzabfälle aus dem Rückschnitt von Windschutzbäumen sortiert, zerkleinert und zu Biomassepellets gepresst, die in ihrem Heizwert mit Kohle mithalten können, kostengünstiger in der Herstellung sind und weitaus weniger CO2 ausstoßen.

„Wir verarbeiten täglich mehr als 36 Tonnen Rohmaterial zu über 30 Tonnen Biomassepellets“, sagte der Produktionsleiter der Fabrik. Die Produkte würden sich in mehreren Regionen gut verkaufen, und es seien neue Arbeitsplätze für Bauern und Hirten in der Umgebung entstanden.

Ähnliche Erfolgsgeschichten tauchen überall in China auf. In Ningxia haben Wüstentourismus und Solarenergie karge Dünen in Einnahmequellen verwandelt. In der nordwestchinesischen Provinz Gansu bauen Bauern am Wüstenrand Cistanche und eine asiatische Wildzwiebelart an. Dort gibt es über hundert Unternehmen und Produktionsstätten der Sandindustrie.

Über die Grenzen des Landes hinaus teilt China zunehmend seine Erfahrungen im Kampf gegen die Wüstenbildung mit der Welt. Als einer der ersten Unterzeichner des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) exportiert das Land seine Konzepte, Technologien und sein Fachwissen in die ganze Welt.

In etwa einem Monat beginnt im kasachischen Almaty die Pflanzsaison. Dann werden Quinoa-Sorten, die von einem Agrartechnologieunternehmen aus Ningxia entwickelt wurden, auf weiten Flächen der dortigen salzhaltigen Alkaliböden ausgesät.

Wu Xiarui, die Vorsitzende des Unternehmens, sagte, die Versuche hätten im Jahr 2018 begonnen, und durch jahrelange Praxis habe das Projekt die Landnutzungsraten und die Bodenfruchtbarkeit stetig gesteigert, während der Wasserverbrauch um mehr als 30 Prozent und der Düngemittelverbrauch um 15 bis 30 Prozent gesenkt worden seien.

„Wir bauen die Zusammenarbeit mit Ländern der ‚Gürtel und Straße‘-Initiative wie Usbekistan und Ägypten aktiv aus und schaffen ein internationales Modell, das Technologieexport, ökologische Wiederherstellung und gemeinsame industrielle Gewinne vereint“, sagte Wu.

Anfang April fand in Yinchuan in Ningxia ein einwöchiges internationales Schulungsprogramm zur Bekämpfung der Wüstenbildung statt, das vom UNCCD-Sekretariat in Auftrag gegeben wurde. An dem Programm nahmen 34 Teilnehmer aus 18 Ländern teil, darunter die Mongolei, die Republik Korea und Indien.

Jedes Jahr bildet China im Rahmen solcher Programme fast einhundert Spezialisten für Wüstenbekämpfung aus Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika aus.

Chinas Erfahrungen haben die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung der Wüstenbildung neu geformt. In der Mongolei haben chinesische Experten zur Initiative „One Billion Trees“ beigetragen, deren Ziel die Pflanzung von einer Milliarde Bäumen bis 2030 ist, und beim Aufbau von Demonstrationszonen für ökologische Wiederherstellung geholfen.

In Saudi-Arabien wurde Chinas Modell, Wüstengebiete mithilfe von Photovoltaikanlagen zu stabilisieren, erfolgreich eingeführt. Es bietet einen neuen Ansatz sowohl für die Bekämpfung der Wüstenbildung als auch für die Energiewende. Entlang des südlichen Randes der Sahara wurden die Erkenntnisse aus Chinas „Drei-Norden“-Programm auf die Initiative „Große Grüne Mauer“ übertragen.

„Wir haben nur eine Erde. Die Technologien, die China zur Bekämpfung der Wüstenbildung entwickelt hat, gehören nicht nur China, sondern der gesamten Menschheit“, sagte Feng Zhanwen, Leiter des Kooperationszentrums für Wüstenbekämpfung zwischen China und Zentralasien.

In diesem Jahr wird das Zentrum laut Feng drei konkrete Projekte in zentralasiatischen Ländern realisieren und Experten entsenden, um zwei technische Schulungen zum Thema Bekämpfung der Wüstenbildung durchzuführen.

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