„Erlebniswirtschaft“ verleiht Kaffeeindustrie von Yunnan neue Vitalität - Xinhua | German.news.cn

„Erlebniswirtschaft“ verleiht Kaffeeindustrie von Yunnan neue Vitalität

2026-05-08 16:56:15| German.news.cn
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KUNMING, 6. Mai 2026 (Xinhuanet) -- In den üppig bewachsenen Bergen von Pu'er in der südwestchinesischen Provinz Yunnan betreibt Liu Xiaodong, Leiter eines Kaffeeguts, auf seiner Kaffeeplantage ein „Klassenzimmer im Freien“.

Umgeben von sattem Grün erklärt er Touristen anhand von Cupping-Proben die Besonderheiten verschiedener Kaffeesorten und Verarbeitungsmethoden.

„Die Besucher können die Plantagenumgebung sehen und lernen, wie man einen professionell zubereiteten Kaffee richtig verkostet“, sagte Liu. „Dieses Erlebnis ist weitaus bedeutungsvoller, als einfach nur eine Tasse Kaffee zu trinken.“

Das ist das neue Gesicht der Kaffeeindustrie in der südwestchinesischen Provinz Yunnan, der größten Kaffeeanbauregion des Landes. Durch den Wandel von der Rohstoffproduktion hin zu einer „Erlebniswirtschaft“ verknüpft Yunnan Kaffee mit Bildung, Tourismus und ländlichem Leben.

In einer Boutique-Rösterei namens Coffee Cherry in der Provinzhauptstadt Kunming erfüllt das Aroma frisch gerösteter Bohnen die Luft. Kaffeeenthusiasten versammeln sich dort um Cupping-Tische, um unter Anleitung professioneller Baristas zu mahlen, aufzubrühen und zu verkosten.

„Die Verbraucher achten heute nicht mehr nur auf den Koffeinkick; sie schätzen auch die Atmosphäre und die kulturelle Tiefe“, sagte Yang Yu, Gründer von Coffee Cherry. Der Ort habe sich von einer reinen Produktionsstätte zu einem kulturellen Treffpunkt entwickelt, an dem regelmäßig Verkostungen und Workshops stattfänden.

Dieser Trend reicht tief in die ländlichen Gebiete hinein. Nachdem Liu Xiaodong im Jahr 2020 Nandaohe TYZ Coffee übernommen hatte, gab er den traditionellen Weg des großvolumigen Verkaufs von Rohbohnen auf. Stattdessen entwickelte er ein Modell, das „Kaffee, Studienreisen und Gastunterkünfte“ miteinander kombiniert.

Dieser Wandel hat sich als lukrativ erwiesen. Auf seinem Anwesen werden heute täglich konstant 50 bis 100 Besucher empfangen, an Feiertagen steigt die Zahl auf bis zu 800. Darüber hinaus bietet es mehr als einem Dutzend Dorfbewohnern aus der Umgebung Arbeitsplätze und zeigt damit, dass das „Kaffee-Klassenzimmer“ ein Katalysator für den Wohlstand ländlicher Gebiete sein kann.

Nach Angaben des Kultur- und Tourismusamtes der Provinz Yunnan hat die Provinz nahezu 60 hochwertige Kaffeeanwesen mitentwickelt. Durch die vertiefte Verknüpfung von Kaffee mit Kreativbranchen und ländlichen Unterkünften hat die Kaffeeindustrie der Provinz zu einer neuen „Visitenkarte“ des Tourismus gemacht.

Im Dorf Xinzhai in der Stadt Baoshan ist diese Integration noch nahtloser. Li Wei, eine Touristin aus der Provinz Zhejiang, verbrachte dort ihre Ferien und besuchte das „Kaffeedorf“, wo sie sich selbst an der Herstellung von nach Kaffee duftender Seife versuchte.

„Es ist faszinierend, direkt am Ursprungsort zu sein“, sagte Li. „Ich kann verschiedene Geschmacksrichtungen von Yunnan-Kaffee probieren und zugleich die ländliche Landschaft genießen.“

Zur örtlichen Infrastruktur in Xinzhai gehören inzwischen Cafés, Erlebniszentren für die Kaffeeverarbeitung und kulturelle Workshops. Xie Xianwen, Leiter des Kaffeeanwesens Xinzhai, berichtete, dass sein Anwesen im vergangenen Jahr mehr als 210.000 Touristen empfangen und einen Umsatz von über 12 Millionen Yuan (rund 1,75 Millionen US-Dollar) erzielt habe.

Während sich die Grenzen der Branche weiter ausdehnen, haucht die Verschmelzung von Landwirtschaft und Tourismus den Hügeln Yunnans neues Leben ein und macht aus der bescheidenen Kaffeebohne einen nachhaltigen Motor für die Wiederbelebung des ländlichen Raums.

(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)

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