Drachenbootrennen stärken Freundschaft über Grenzen hinweg - Xinhua | German.news.cn

Drachenbootrennen stärken Freundschaft über Grenzen hinweg

2026-06-16 08:57:13| German.news.cn
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NANCHANG, China, 15. Juni (Xinhua) -- Vor dem Rennen fand am Ufer ein traditionelles Ritual statt, bei dem die Teilnehmer in einer uralten Zeremonie Zinnober auf die Augen der Drachenbootköpfe auftrugen, um das Erwachen der Boote zu symbolisieren, während Trommelschläge über das Wasser hallten. 

Das Internationale Drachenbootrennen 2026 in Nanchang fand am Sonntag auf dem Jiulong-See in Nanchang, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangxi, im Vorfeld des jährlichen chinesischen Drachenbootfestes statt.

Für Andreas Willms, Leiter des deutschen Drachenboot-Teams „Drachenreiter“, war es die dritte Teilnahme an diesem Rennen.

Der 58-Jährige, der als Manager bei einem deutsch finanzierten Unternehmen in Shanghai arbeitet, begann 2004 mit dem Drachenbootfahren.

„Jeder auf einem Drachenboot muss seine Ruder perfekt im Gleichklang ziehen“, sagte Willms nach dem Rennen. „Dieser Sport beruht ganz auf Teamgeist. Wir treten nicht nur für uns selbst an, sondern für das gesamte Team.“ 

Insgesamt nahmen 47 Teams und fast 1.200 Athleten an der diesjährigen Veranstaltung teil. Die neu eingerichtete internationale Vereinsklasse umfasste ein 800-Meter-Rennen mit 12-köpfigen Mannschaften und zog Drachenboot-Begeisterte aus Ländern und Regionen wie Deutschland, Italien, den Vereinigten Staaten und Kasachstan an.

Mit einer jahrtausendealten Geschichte hat sich das Drachenbootrennen zu einer kulturellen Brücke entwickelt, die Enthusiasten aus China und der ganzen Welt verbindet.

In Deutschland wird dieser Sport seit fast 40 Jahren ausgeübt. In den letzten Jahren haben sich deutsche Drachenbootveranstaltungen von reinen Wettkämpfen zu festlichen Zusammenkünften entwickelt und dienen als wichtige kulturelle Verbindung zwischen China und Deutschland.

Willms sagte, dass Drachenbootrennen im Gegensatz zu vielen Wassersportarten, bei denen individuelle Kraft und Rhythmus im Vordergrund stünden, den kollektiven Zusammenhalt betonen würden.

„Wenn wir eng beieinander im Boot sitzen, spüren wir bei jedem Ruderschlag jede Bewegung des Rumpfes. Dieses einzigartige Rhythmusgefühl, das durch gemeinsame Anstrengungen entsteht, findet man in anderen Wassersportarten nicht“, so Willms.

Lim Che Chien leitete ein Team aus dem malaysischen Kuching. Als Kind hatte er von seiner Mutter gelernt, Zongzi, also Klebreisklößchen, zuzubereiten. Während der Reise nach Nanchang stellten er und seine Teamkollegen Zongzi her und probierten sie, pflückten Wermut und bastelten Duftkissen und erlebten so eine Reihe von Traditionen des Drachenbootfestes.

„Das Drachenbootrennen in Nanchang ist für uns alle zu einem Fest geworden“, sagte Lim. „Wir freuen uns darauf, nächstes Jahr wiederzukommen.“

Salvatore Landolina, Trainer des Teams „Italian Stallion“, begann vor neun Jahren mit diesem Sport.

„Das ist genau der Sport, nach dem ich schon lange gesucht habe“, sagte Landolina. „Auf einem Drachenboot sind Worte oft überflüssig. Wir agieren als Einheit, angetrieben von gemeinsamen Zielen und dem wahren Gedanken des Sportsgeistes.“

Emil Shagiev, Leiter des US-Teams „RunDe“, reiste von Guangzhou nach Nanchang. Seine Teammitglieder kommen aus Shanghai, Shenzhen, Hangzhou und anderen Städten in China.

„In unserem Team sind Geschäftsleute, Lehrer, Ingenieure und Rentner“, sagte Shagiev. „Aber auf der Rennstrecke verbindet uns der reine Sportsgeist und die Freundschaft.“

Nach dem Wettkampf umarmten sich Teilnehmer aus dem In- und Ausland und posierten für Gruppenfotos.

„Drachenbootrennen bringen Menschen zusammen, um Seite an Seite zu trainieren und zu kämpfen“, sagte Willms. „Wir paddeln gemeinsam, wir gewinnen gemeinsam. Das ist der Geist dieses Sports.“