Chinas Berufsanfänger entdecken neue Karrierewege in der KI-Revolution - Xinhua | German.news.cn

Chinas Berufsanfänger entdecken neue Karrierewege in der KI-Revolution

2026-06-20 15:32:06| German.news.cn
2026-06-20 15:32:06| German.news.cn

Ein Roboter-Trainer beaufsichtigt das Training eines humanoiden Roboters in einer Fließband-Simulation in einem öffentlichen Trainingszentrum für verkörperte KI in Qingdao in der Provinz Shandong in Ostchina, 22. April 2026. (Xinhua/Li Ziheng)

WUHAN, 19. Juni (Xinhua) -- In einem geschäftigen Roboter-Innovationszentrum in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei, lernen humanoide Roboter, Kaffee zu brühen, Speisen zu servieren und Fracht zu transportieren. Neben den Robotern feilen junge menschliche Trainer, die VR-Headsets tragen und Motion-Controller in den Händen halten, an jeder einzelnen Bewegung der Roboter.

Dieser aufstrebende Beruf mit der offiziellen Bezeichnung „Trainer für humanoide Roboter“ ist aus Chinas rasant wachsendem Sektor für Künstliche Intelligenz (KI) hervorgegangen.

Während KI traditionelle Branchen umgestaltet und das Wachstum aufstrebender Sektoren vorantreibt, eröffnet sie der jungen Erwerbsbevölkerung des Landes enorme neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

Die 23-jährige Xu Mengfan hat sich zu einer erfahrenen Trainerin für humanoide Roboter entwickelt. Noch vor zwei Jahren war sie sich aufgrund ihres akademischen Hintergrunds über ihre beruflichen Perspektiven unsicher. Ihre Karriere nahm eine positive Wendung, nachdem im vergangenen Jahr das Innovationszentrum für humanoide Roboter in Hubei eröffnet worden war.

„Ich hatte großes Glück“, sagte Xu. „Das Zentrum bot zahlreiche Stellen an. Wir begannen mit den am leichtesten zugänglichen Trainerpositionen und waren nach etwa drei Monaten eingearbeitet.“

Sie ist nicht die Einzige, die einen solchen Karrierewechsel vollzogen hat. Der ebenfalls 23-jährige Xu Shantao, ein ehemaliger Softwareverkäufer und Besitzer eines Milchtee-Ladens, arbeitet nun als Ingenieur für Roboterbetrieb und -wartung, nachdem er sich im Selbststudium Kenntnisse in mechanischer Reparatur und Robotik angeeignet hat.

„Solange man bereit ist, zu lernen und aktiv zu werden, findet man Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln“, sagte ein Vertreter des Innovationszentrums. Da sich immer mehr Unternehmen aus dem Bereich der verkörperten KI dem Cluster anschließen, steigt die Nachfrage nach Fachkräften und Betriebspersonal.

Auch über die Robotik hinaus schafft KI neue Berufsbilder in verschiedenen Branchen.

Im Wuhan Optics Valley, einem wirtschaftlich dynamischen Gebiet, in dem über 800 KI-Unternehmen ansässig sind, treibt die boomende, von KI generierte Manju-Branche (von Comics inspirierte Kurzdramen) die Nachfrage nach kreativen Talenten an. Branchenberichten zufolge lag die Gesamtzahl der Aufrufe dieser KI-produzierten Comic-Dramen in China im vergangenen Jahr bei über 70 Milliarden.

Bei einer lokalen KI-Manju-Produktionsfirma ist ein 400 Quadratmeter großes Studio mit fast 100 Kreativen gefüllt - ein Anstieg gegenüber etwas mehr als 20 vor einem Jahr. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, hat das Unternehmen eine Online-Plattform gestartet, die es Kreativen im ganzen Land, darunter auch Studenten und Vollzeit-Eltern ermöglicht, Comics und Videos automatisch aus Drehbüchern zu generieren.

„Man klickt einfach mit der Maus, und das System generiert alles, vom Storyboard bis zum fertigen Video“, sagte Liu Jing, der technische Leiter des Unternehmens. „Mit einer einfachen Einweisung kann jeder damit loslegen.“

Angesichts der wachsenden Beschäftigungszahlen der Branche fördern lokale Behörden kooperative Ökosysteme. Im Wuhan Optics Valley bieten spezialisierte Start-up-Communities Büroräume und zinslose Darlehen für KI-Unternehmer an.

Die Ergebnisse lassen sich anhand der Daten deutlich erkennen. Arbeitsagenturen berichten, dass sich die Zahl der Stellenanzeigen im KI-Bereich in Hubei in diesem Jahr mehr als verdreifacht hat.

Die Erfahrungen in Hubei spiegeln einen breiteren nationalen Trend wider. Nach Angaben von Chinas Ministerium für Humanressourcen und soziale Sicherheit (MOHRSS) stehen mehr als 20 der 72 in den letzten fünf Jahren identifizierten neuen Berufe in direktem Zusammenhang mit KI. Dabei wird jeder davon in der Anfangsphase voraussichtlich zwischen 300.000 und 500.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die politischen Entscheidungsträger steuern den Wandel aktiv. Im August 2025 veröffentlichte China Leitlinien für die Initiative „AI Plus“, um Innovationsressourcen in Sektoren mit starkem Beschäftigungspotenzial zu lenken. Zur Vorbereitung der Arbeitskräfte hat China die KI-integrierte Bildung zu einer nationalen Priorität gemacht und strebt an, die Ausbildung von KI-Fachkräften bis 2030 deutlich auszuweiten.

„Da sich die KI-Technologie immer tiefer in die Realwirtschaft integriert und die politische Unterstützung weiter zunimmt, werden wir ein kontinuierliches Entstehen neuer Berufe und Beschäftigungsmodelle erleben, die im Einklang mit dem industriellen Wandel stehen und zu einer nachhaltigen Optimierung der Arbeitsmarktstruktur führen“, sagte Zhang Chenggang, Experte an der Capital University of Economics and Business.

Mehr Fotos