Chinesisches Hornensemble spricht universelle Sprache der Musik - Xinhua | German.news.cn

Chinesisches Hornensemble spricht universelle Sprache der Musik

2026-07-14 15:41:59| German.news.cn
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KRAKAU, Polen, 13. Juli (Xinhua) -- Als die letzten Töne im Konzertsaal im polnischen Krakau verklangen, erhob sich das Publikum zu lang anhaltendem Applaus und feierte eine Darbietung, die europäische Klassiker und chinesische Melodien durch den vollen Klang des Horns miteinander verband.

Für das China Horn Ensemble bedeutete das Konzert mehr als nur den Abschluss einer Aufführung. Am 7. Juli gab es sein Debüt beim Eröffnungskonzert des 58. Internationalen Hornsymposiums, dem weltweit führenden Treffen von Hornisten und Hornlehrkräften.

Vor einem Publikum aus führenden Persönlichkeiten der internationalen Horn-Szene wechselte das Ensemble nahtlos zwischen Werken von Johann Strauss II., Giacomo Puccini und Pietro Mascagni sowie chinesischen Klassikern wie der „Butterfly Lovers Fantasy“ und dem „Tanz des Yao-Volkes“.

Einer der Höhepunkte des Abends war eine jazzinspirierte Bearbeitung des chinesischen Volkslieds „Jasminblüte“. Als sich die bekannte pentatonische Melodie über lebhafte Rhythmen entfaltete, begannen die im Gang stehenden Zuschauer zu lächeln und sich im Takt der Musik zu wiegen.

Im Publikum saß eine der angesehensten Persönlichkeiten der Hornwelt, Randall Faust, dessen Meinung in der internationalen Hornszene großes Gewicht hat.

Als der letzte Ton verklungen war, wandte sich Randall Faust an Peter Luff, den Präsidenten der International Horn Society, und sagte leise: „Das möchte ich noch einmal hören.“

Luff wusste genau, wie viel diese Worte bedeuteten. Faust, so sagte er, sei für seine hohen Ansprüche bekannt und spreche nicht so leicht Lob aus.

„Wenn es ihm nicht gefällt, sagt er es. Er war begeistert“, sagte Luff.

Wenn Fausts Worte schon besonderes Gewicht hatten, so hinterließen die lang anhaltenden Standing Ovations des Publikums einen ebenso starken Eindruck auf Luff.

„Eine solche Reaktion ist bei einem akademischen Symposium wie diesem sehr ungewöhnlich“, sagte Luff und merkte an, dass die chinesischen Musiker „einen unverkennbar östlichen musikalischen Charakter und eine völlig neue künstlerische Interpretation“ geboten hätten.

Will Sanders, Professor für Horn an der Hochschule für Musik Karlsruhe, teilte diesen Eindruck.

„Die Intonation und die Harmonie sind hervorragend, und das Programm ist so interessant, weil es uns mit der chinesischen Art, Musik zu empfinden und auszudrücken, verbindet“, sagte Sanders.

Darüber hinaus leiteten chinesische Musiker in den Unterrichtsräumen der Musikakademie in Krakau Meisterkurse, die speziell für die am Symposium teilnehmenden Studierenden organisiert worden waren.

Der Austausch konzentrierte sich nicht auf atemberaubende Technik, sondern auf musikalische Details - wo eine Phrase zu atmen beginnt, wie ein musikalischer Satz seine Richtung findet und wie technische Präzision zu emotionalem Ausdruck werden kann.

Stephen Spacek, ein Student aus Texas in den Vereinigten Staaten, sagte, die Kurse hätten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

„Ich hoffe, einmal Hornlehrer zu werden, so wie die chinesischen Lehrer“, sagte Spacek. „Sie spielen nicht nur wunderschön. Ihr Unterricht, ihr musikalisches Urteilsvermögen und ihre Bühnenerfahrung machen sie zu Vorbildern.“

Für Wojciech Kamionka, den Organisator des diesjährigen Symposiums, war die Einladung des chinesischen Ensembles eine leichte Entscheidung.

Kamionka erinnerte sich an einen Besuch in einem Sommermusikcamp in Qingdao vor Jahren, wo Hunderte chinesischer Studierender gemeinsam mit Dutzenden von Lehrkräften lernten.

„Damals wurde mir klar, dass es hier nicht um ein oder zwei begabte Musiker ging“, sagte Kamionka. „Immer mehr chinesische Hornisten finden ihren Weg in bedeutende Orchester und Konservatorien auf der ganzen Welt. Chinas Sichtbarkeit in diesem Bereich wächst.“

Auch Luff hat denselben Trend beobachtet. Er ist der Ansicht, dass Chinas wachsende Präsenz in der internationalen Hornszene nicht mehr allein durch außergewöhnliche Solisten geprägt ist, sondern zunehmend durch Ensembles, die auf höchstem Niveau spielen.

„Als ich zum ersten Mal Orchester in Shenzhen und Beijing hörte, wurde mir klar, dass ich Weltklasse-Musikern zuhörte“, sagte Luff. „Jetzt ist es an der Zeit, dass China seinen Platz auf der weltweiten Konzertbühne in großem Stil einnimmt.“

In den Augen von Kamionka offenbart das Symposium die größte Stärke der Musik.

„Ich denke, es spielt keine Rolle, ob die Musik aus dem Osten oder dem Westen kommt - alles verschmilzt miteinander, und tatsächlich ist die Schönheit des Klangs, des Instruments, universell“, sagte Kamionka.