GAZA, 11. Juli 2026 (Xinhuanet) -- Gesundheitsbeamte im Gazastreifen warnten am Samstag vor einer schweren Gesundheitskrise in der Enklave, in der kritische Engpässe bei Medikamenten, Ausrüstung und Rettungsdiensten Hunderttausende Patienten bedrohten.
Mohammed Abu Afash, Direktor der Medical Relief Organization im Gazastreifen, sagte, dass das Gesundheitssystem seit dem Waffenstillstand keine zugesagten medizinischen Konvois erhalten habe, was zu einem kritischen Mangel an Medikamenten und Ausrüstung geführt habe, wobei das Defizit bei medizinischen Testmaterialien 87 Prozent übersteige.
Er wies darauf hin, dass über 24.000 Patienten mit chronischen Erkrankungen keine angemessene Versorgung erhielten und dass viele der mehr als 300.000 Bluthochdruckpatienten aufgrund von Behandlungspausen ernsthafte Komplikationen erlitten hätten.
Angesichts der zunehmenden Sommerhitze warnte er vor sich schnell ausbreitenden Infektionskrankheiten in den überfüllten Vertriebenenlagern.
Die im Gazastreifen ansässigen Gesundheitsbehörden erklärten zudem in einer Stellungnahme, dass 70 Prozent der Krankenwagen aufgrund von direkten Angriffen, mechanischen Ausfällen und fehlenden Ersatzteilen außer Betrieb seien, und warnten, dass das anhaltende Verbot der Einfuhr von Reifen und Ersatzteilen das Transportsystem lahmlegen könnte.
Die sich verschlechternde Situation wurde vom Fatah-Vertreter Munther al-Hayek scharf verurteilt. Er bezeichnete die Situation in einem Radiointerview als „einen umfassenden Krieg, der von den Vereinigten Staaten durch Israel geführt wird“.
Der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas gilt seit dem 10. Oktober 2025.
(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)
