Chinesische Unternehmen treiben weltweite Innovation bei Unterhaltungselektronik voran: IFA-CEO - Xinhua | German.news.cn

Chinesische Unternehmen treiben weltweite Innovation bei Unterhaltungselektronik voran: IFA-CEO

2026-09-10 09:34:06| German.news.cn
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Besucher betreten das Gelände der IFA Berlin 2026 in Berlin, 5. September 2026. (Xinhua/Zhang Haofu)

BERLIN, 9. September (Xinhua) -- Die weltweite Innovation im Bereich der Unterhaltungselektronik werde mittlerweile zunehmend von China vorangetrieben, sagte Leif Lindner, CEO der IFA Management GmbH, in einem Interview mit Xinhua.

„Vor zwanzig Jahren kamen die meisten Innovationen von japanischen Unternehmen“, sagte Lindner während der IFA Berlin, einer der weltweit größten Messen für Home und Consumer Tech. Nun hingegen übernehme China die Führung, betonte Lindner.

Lindner, der über fast 30 Jahre Erfahrung in der Unterhaltungselektronikbranche verfügt und früher für Sony und Samsung Electronics tätig war, hat durch seine zahlreichen Besuche in China auch Erfahrungen aus erster Hand mit der dortigen Unterhaltungselektronikbranche gesammelt.

Er hat chinesische Unternehmen wie Xiaomi, Midea, DJI und BYD besucht und sich dort ein Bild von deren Forschung und Entwicklung, Produkten sowie Marktstrategien gemacht. Diese Erfahrungen, so sagte Lindner, hätten ihm einen genauen Einblick gegeben, wie sich chinesische Unternehmen über ihre traditionellen Stärken in den Bereichen Fertigung und Kostenwettbewerbsfähigkeit hinaus weiterentwickelt haben.

„Chinesische Unternehmen sind hinsichtlich ihres Engagements und ihrer Fähigkeiten wirklich beeindruckend“, sagte Lindner.

Der wachsende Einfluss dieser Unternehmen zeigt sich auf der IFA. Rund 900 der etwa 2.000 Aussteller der diesjährigen Messe kommen aus China und nehmen etwa 38 Prozent der Ausstellungsfläche ein. Xiaomi feiert in diesem Jahr sein IFA-Debüt, während Unternehmen wie Dreame und Haier neue Produkte und Technologien präsentieren.

Das Ausmaß der chinesischen Präsenz hat in Deutschland eine Debatte darüber ausgelöst, ob die IFA „chinesisch“ wird. Lindner sah diesen Trend jedoch anders, da die sich verändernde Zusammensetzung der Aussteller eher die Verschiebungen in der globalen Unterhaltungselektronikbranche widerspiegele als eine Veränderung der Ausrichtung der Messe.

„Unsere Aufgabe ist es, die besten Innovationen, die derzeit auf dem globalen Markt verfügbar sind, auf unsere Messe zu bringen“, sagte Lindner.

Einer der deutlichsten Vorteile chinesischer Unternehmen ist laut Lindner die Geschwindigkeit, mit der Ideen in Produkte umgesetzt werden.

„Die Zeitspanne von der Entstehung einer Produktidee bis zur Umsetzung und Markteinführung des Produkts ist die kürzeste, die wir derzeit in der Weltwirtschaft beobachten“, so Lindner. „Niemand sonst kann dieses Tempo erreichen.“

Dieser Vorteil zeigt sich besonders deutlich in der Robotik, wo laut Lindner chinesische Unternehmen das Tempo vorgeben. Dabei verwies er auf Unternehmen im Bereich der humanoiden Robotik wie Unitree und Agibot.

„Was mich am meisten beeindruckt, ist die Entwicklung im Bereich der Robotik, denn dort vereinen sie alles, wozu KI derzeit in der Lage ist“, sagte Lindner.

In diesem Jahr wurde ein eigener Bereich für dynamische Robotervorführungen eingerichtet, in dem Roboter chinesischer Unternehmen zu den Hauptakteuren zählten. Die Vorführungen von Unitree und Agibot zogen so große Menschenmengen an, dass der Veranstaltungsort zeitweise vorübergehend geschlossen werden musste.

Abgesehen vom Unterhaltungswert, so Lindner, hätten die Vorführungen dem europäischen Publikum die Möglichkeit geboten, neue Technologien aus nächster Nähe zu erleben und ein Gespür dafür zu entwickeln, wie Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik in den nächsten zwei oder drei Jahren Teil des Alltags werden könnten.

Die sich wandelnde Innovationslandschaft lässt zudem die Grenzen zwischen Unterhaltungselektronik, Smart Homes und Mobilität verschwimmen, wobei Unternehmen wie Xiaomi und Dreame Autos in ihre umfassenderen Ökosysteme integrieren.

„So gut wie jeder Hersteller von Unterhaltungselektronik integriert ein Auto in sein Ökosystem“, sagte Lindner und fügte hinzu, dass Elektrofahrzeuge Teil des wachsenden Mobilitätssegments der IFA seien.

Aus Lindners Sicht stärkt die wachsende Präsenz chinesischer Unternehmen letztlich die Rolle der IFA, anstatt sie zu verändern. Während Unternehmen aus China weiterhin die Grenzen der Technologie und der Produktinnovation erweitern, hofft Lindner, in den kommenden Jahren eine noch stärkere chinesische Präsenz auf der IFA zu sehen.