Aus Sprachaustausch entstandene Liebe führt zu Kinderlesesaal in Xinjiang - Xinhua | German.news.cn

Aus Sprachaustausch entstandene Liebe führt zu Kinderlesesaal in Xinjiang

2026-10-31 14:15:23| German.news.cn
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URUMQI, 30. Oktober (Xinhua) -- In einem Lesesaal in der Innenstadt von Urumqi, der Hauptstadt des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang im Nordwesten Chinas, sitzen Kinder im Kreis um Steven Dahlke, einen 45-jährigen deutschen Lehrer.

Er hält ein Bilderbuch hoch und ahmt die Laute der Tierfiguren darin nach. Neben ihm gibt seine Frau Gulayim Akim behutsame Hinweise. Der Raum ist erfüllt von Gelächter, dem Rascheln der Seiten und den begeisterten Stimmen der Kinder.

Dies ist kein gewöhnlicher Leseraum. Er wurde 2024 von Dahlke und Akim eröffnet und ist ein zweisprachiger Bilderbuchbereich, in dem Kinder aus der Umgebung durch Geschichten, Spiele und geduldige Ermutigung an Sprachen herangeführt werden. Es ist das jüngste Kapitel einer grenzüberschreitenden Liebesgeschichte, die mit der Sprache selbst begann.

Dahlke stammt aus Rostock in Deutschland und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in China. Vor fünfzehn Jahren brachte ihn ein internationales Sprachaustauschprogramm mit Akim zusammen, einer jungen Frau aus Xinjiang. Die Sprache baute eine Brücke zwischen ihnen, und später entstand Zuneigung. Das Paar heiratete 2015 und hat seitdem eine herzliche, interkulturelle Familie gegründet.

Vor vier Jahren ließ sich die Familie in Urumqi nieder. Während der Erziehung ihres Sohnes Jacob fiel dem Paar dessen bemerkenswerte Fähigkeit auf, Sprachen aufzunehmen. Mithilfe von Bilderbüchern, Geschichten und Alltagsgesprächen brachten sie ihm Chinesisch, Englisch und Deutsch bei. Die Sprachkenntnisse des Jungen verbesserten sich rasch.

„Ich wollte diese Erfahrung mit anderen Eltern und Kindern teilen“, sagte Akim.

Dieser Wunsch führte 2024 zur Eröffnung des Lesesaals. Auf der Grundlage ihrer langjährigen Erfahrung in der Hochschullehre wählte das Paar sorgfältig Bilderbücher aus und entwickelte interaktive Spiele, um das Sprachenlernen unterhaltsam zu gestalten. Sie legen Wert auf Ermutigung und geduldige Begleitung und wollen damit die Eigeninitiative der Kinder wecken, anstatt Druck auf sie auszuüben.

„Wir haben festgestellt, dass Kinder, wenn sie Spaß haben, leicht die Initiative zum Lernen ergreifen“, sagte Dahlke. „Im Lesesaal lernen die Kinder gemeinsam, und das erhöht den Spaß.“

Ihr Ansatz hat nach und nach Anerkennung bei den Familien vor Ort gefunden. Außerhalb des Lesesaals engagieren sich die beiden auch ehrenamtlich in der Gemeinde und organisieren in den Ferien öffentliche Leseveranstaltungen, um junge Menschen für das Lesen und das Sprachenlernen zu begeistern.

Dahlke sagte, die Gemeinde sei freundlich zu ihnen gewesen, und sie hofften, auf jede erdenkliche Weise etwas zurückgeben zu können.

Für Dahlke ist das Wachstum von Urumqi fast jedes Jahr sichtbar. „Früher war der Flughafen sehr klein. Jetzt gibt es einen modernen internationalen Flughafen mit Verbindungen in viele Länder“, stellte er fest.

Das Viertel, in dem die Familie lebt, befand sich vor einem Jahrzehnt noch im Bau. Heute ist es von großen Parks und einem Kulturzentrum umgeben.

„Man spürt wirklich, wie sich diese Stadt von einer kleinen Stadt im Westen Chinas zu einer großen entwickelt hat“, sagte Dahlke. Besonders gefallen ihm die nahegelegenen Parks, und oft nimmt er seinen Sohn mit zu den neu eröffneten Kulturstätten.

Dahlke hat bereits andere chinesische Städte wie Shanghai, Beijing, Xi’an und Chongqing bereist und schätzt sowohl die moderne Energie der Metropolen als auch die tiefen kulturellen Wurzeln der historischen Städte. Am wohlsten fühlt er sich jedoch in dem Leben, das seine Familie hier aufgebaut hat.

Mit Blick auf die Zukunft sind Akim und Dahlke voller Hoffnung. „Sprache ist ein wichtiges Bindeglied, das die Welt verbindet, Menschen zusammenbringt und Freundschaften entstehen lässt. Wir haben uns durch grenzüberschreitenden Sprachaustausch kennengelernt, sind uns nähergekommen und haben uns füreinander entschieden, und wir hoffen, die Schönheit und Wärme, die Grenzen überschreitet, weitergeben zu können“, sagten sie.