Die internationale Gemeinschaft kritisiert Abe nicht wirklich die Invasionsgeschichte reflektiert zu haben

BEIJING, 15. August (Xinhua) -- Am 15. August ist der Tag der Verkündigung der bedingungslosen Kapitulation Japans. Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat am 14. August in seiner Rede zum 70. Jahrestag des Kriegsendes mit Worten gespielt und vermieden sich direkt für die im Zweiten Weltkrieg von Japan verübten Verbrechen zu entschuldigen. Dagegen hat er verkündet, dass nach dem Krieg geborene Japaner nicht das „Schicksal der Entschuldigung“ tragen. Dahingegen sind einige ausländische Offizielle und Medien der Meinung, dass Japan nur bei tiefgehender Auseinandersetzung mit der Geschichte den Respekt und das Vertrauen der umliegenden Länder und der internationalen Gemeinschaft gewinnen könne.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon äußerte am 14. August durch seinen Sprecher, er hoffe, dass die betroffenen Länder auf Grundlage der Auseinandersetzung und des Verständnisses der Geschichte eine echte Aussöhnung verwirklichen können und gemeinsam regionalen Frieden und Wohlstand aufbauen.

Der Pressesprecher des Außenministeriums Nordkoreas sagte in einer Erklärung, „Abes Rede“ habe sich nicht mit der japanischen Agressionsgeschichte auseinandergesetzt und sich für diese entschuldigt. Das heutige Japan vergesse die schmerzliche Lektion der Kriegsniederlage und gehe zurzeit den gefährlichen Weg des Militarismus. Japan sollte nicht unter dem Deckmantel des „aktiven Pazifismus“ den Weg eines Kriegslandes und eines ausländischen Agressors einschlagen. Es solle eher durch die Regelung der Kriegsverbrechen das Vertrauen der umliegenden Länder, einschließlich Nordkorea, gewinnen.

Die Regierung und Öffentlichkeit Südkoreas sind einstimmig der Auffassung, dass die Reflektion und Entschuldigung in „Abes Rede“ nicht ausreiche. Die südkoreanische Regierungspartei New National Party äußerte ihr Bedauern gegenüber der Vermeidung einer direkten Entschuldigung und Auseinandersetzung sowie einer verdrehenden Formulierung der „Rede Abes“. Südkoreas größte Oppositionspartei New Political and Democratic Party sagte ebenfalls, die fehlende Aufrichtigkeit in „Abes Rede“ sei enttäuschend. Bei der Frage der „Trostfrauen“ bediente er sich des Ausdrucks „Frauen mit verletzter Würde und verletztem Ruf“, was bedauerlich sei.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap News Agency sagte in einem Kommentar, „Abes Rede“ sei ein enormer Rückschritt im Vergleich zur „Murayama Rede“ und zur „Kawano Rede“. „Abes Rede“ habe nur vage Formulierungen beim Ausdruck von Reflektion und Entschuldigung hervorgebracht. Er habe überhaupt nicht deutlich gemacht, auf welche Dinge er sich beziehe.

Die südkoreanische „Chosun Daily” schrieb, „Abes Rede“ habe bei der Entschuldigung nicht deutlich gemacht, dass „Japan der Protagonist sei“ und die Tatsache vermieden hätte zu erwähnen, dass Japan direkte Verantwortung übernehmen sollte.

Die südkoreanische „Korea Daily” schrieb in einem Kommentar, dass „Abes Rede“ bei der „Entschuldigungen der Vergangenheit“ angehalten hätte. Obschon er auch die „Kolonieherrschaft“ und die „Attacke“ erwähnte, sagte er nicht deutlich, dass dies Japans Handlungen waren, sondern nahm an vielen Stellen den Geschichtsstandpunkt der japanischen Rechten ein.

Die französische „Le Monde“ sagte in einem Artikel, Abe habe in seiner Rede in keiner Weise eine Entschuldigung im Namen eines Einzelnen gemacht. Er habe verkündet, dass nach dem Krieg geborene Japaner nicht das „Schicksal der Entschuldigung“ tragen sollte. Viele Japaner stimmen mit Abes Art und Weise des geschichtsverleugnenden Chauvinismus nicht überein.

Der australische Abgeordnete für New South Wales Wang Guozhong sagte, die japanische Regierung sollte in einem ersten Schritt in der Heilung des vom zweiten Weltkriegs verursachten Traumas die Länder um Verzeihung bitten, die damals die japanische Aggression erlitten haben. Dies allein wäre gegenüber den Menschen und der nächsten Generation die verantwortungsvollste Weise, sich zu erklären.

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