China und Japan vereinbaren, so bald wie möglich China-Japan-ROK-Gipfeltreffen abzuhalten
Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang (r., vorne) trifft sich mit dem sich zu Besuch befindlichen japanischen Außenminister Taro Kono (l., vorne) in Chinas Hauptstadt Beijing, 28. Januar 2018. (Quelle: Xinhua/Liu Weibing)
BEIJING, 28. Januar (Xinhuanet) -- China und Japan einigten sich darauf, so bald wie möglich eine neue Runde von Führungstreffen zwischen China, Japan und der Republik Korea (ROK) abzuhalten und das angemessene Umfeld für das trilaterale Gipfeltreffen zu fördern.
Die Einigung kam nach Gesprächen zwischen dem chinesischen Außenminister Wang Yi und dem sich zu Besuch befindlichen japanischen Außenminister Taro Kono am Sonntag in Beijing.
„Hochrangiger Austausch kann eine führende Rolle in der Verbesserung der bilateralen Beziehungen spielen“, heißt es in einer Pressemitteilung von den Gesprächen.
DYNAMIK ZUR VERBESSERUNG DER BEZIEHUNGEN AUFRECHTERHALTEN
Auch der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang traf sich später am Sonntag mit Kono. Gegenwärtig hätten die Beziehungen zwischen China und Japan eine gesunde Dynamik für Verbesserung beibehalten, sagte er.
„Wir haben kürzlich positive Kommentare von der japanischen Seite über die Beziehungen mit China bemerkt“, sagte Li zu Kono, der auf seinem ersten China-Besuch als japanischer Außenminister ist.
„Die chinesisch-japanischen Beziehungen sind jedoch immer noch mit Unsicherheiten konfrontiert“, fügte Li hinzu.
Der japanische Premierminister Shinzo Abe betonte am Montag in einer politischen Rede die Bereitschaft Japans, die Beziehungen mit China zu fördern.
Li drängte beide Seiten dazu, die solide Dynamik zur Verbesserung der Beziehungen zu schätzen.
„Die chinesisch-japanischen Beziehungen sind nicht nur für beide Länder von großer Bedeutung, sondern auch für die Region und die Welt“, sagte Li.
Er forderte die japanische Seite auf, Lehren aus der Geschichte zu ziehen und sich der Zukunft zu stellen und ein solides Umfeld für die Ausweitung der Win-Win-Kooperation, den Neustart relevanter Dialogmechanismen und die Verstärkung der regionalen Zusammenarbeit zu schaffen.
CHINA-JAPAN-ROK-GIPFELTREFFEN
Die japanische Seite hoffe, so bald wie möglich eine neue Runde von China-Japan-ROK-Führungstreffen abzuhalten, und begrüße den offiziellen Besuch von Ministerpräsident Li in Japan, sagte Kono.
Das letzte China-Japan-ROK-Gipfeltreffen, der sechste seiner Art, fand im Jahr 2015 in Seoul statt.
China, Japan und die Republik Korea begannen im Jahr 2008 damit, sich bei der Ausrichtung ihrer jährlichen Führungstreffen abzuwechseln. Die trilateralen Führungstreffen wurden jedoch nach dem fünften Treffen im Mai 2012 ausgesetzt, aufgrund von Disputen zwischen China und Japan hinsichtlich der maritimen Souveränität.
„Die japanische Seite hofft, mit China zusammenzuarbeiten, um sich auf halbem Wege zu treffen und gemeinsam die weitere Verbesserung und Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen zu fördern“, sagte Kono.
40. JUBILÄUM DES CHINESISCH-JAPANISCHEN FRIEDENS- UND FREUNDSCHAFTSVERTRAGS
Der Besuch von Kono fand statt, als die beiden Länder das 40. Jubiläum der Unterzeichnung des Friedens- und Freundschaftsvertrags zwischen China und Japan feiern, was für die bilateralen Beziehungen von besonderer und großer Bedeutung ist.
„Die bilateralen Beziehungen haben in den vergangenen 40 Jahren eine außergewöhnliche Reise durchlaufen“, sagte Wang und forderte beide Seiten auf, „ihren ursprünglichen Zielen treu zu bleiben, aus Erfahrungen zu lernen und die kontinuierliche Verbesserung der Beziehungen zu fördern.“
Die beiden Außenminister vereinbarten, die Gelegenheit zu nutzen, um den Austausch auf allen Ebenen und in verschiedenen Bereichen, einschließlich Kultur, lokalen Regierungen, Medien und Jugend, zu stärken und die für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit zu verstärken.
Kono sagte, Japan hoffe, das 40. Jubiläum der Unterzeichnung des bilateralen Vertrags sowie von Chinas Reform und Öffnung zu nutzen, um die bilateralen Beziehungen auf eine neue Stufe zu bringen, auf Grundlage des gegenseitigen Vorteils und des Konsenses „Kooperationspartner zu sein, anstelle von Bedrohungen [für einander].“
Während seines Treffens mit Kono am Sonntag bat der chinesische Staatsrat Yang Jiechi die beiden Seiten, Barrieren zu eliminieren und positive Faktoren zu erweitern, um die Verbesserung der Beziehungen zu fördern.
Kono sagte, die Regierung wäre bereit, das politische Vertrauen und die konkrete Zusammenarbeit mit China zu festigen, den Austausch auf hoher Ebene und die Kontakte zwischen verschiedenen Ebenen zu verstärken, um die umfassende Verbesserung der Beziehungen zu fördern.
SENSIBLE THEMEN ANGEMESSEN HANDHABEN
Während der Treffen forderte die chinesische Seite die japanische Regierung auf, sensible Themen, einschließlich der Geschichte, angemessen zu handhaben und mit China zusammenzuarbeiten, um Unterschiede zu kontrollieren.
Li appellierte an Japan, sensible Themen, auch geschichtliche, angemessen zu handhaben, die Differenzen angemessen zu handhaben und die Beziehungen zwischen China und Japan wieder auf den Pfad der gesunden Entwicklung zu bringen.
Auch Yang forderte beide Seiten auf, die Kerninteressen und Hauptanliegen des jeweils anderen zu respektieren und sich an die Prinzipien der vier chinesisch-japanischen politischen Dokumente zu halten.
Laut der Pressemitteilung zu den Gesprächen zwischen Wang und Kono haben die beiden Länder Grundsätze und Prinzipien für die ordnungsgemäße Regelung sensibler Themen festgelegt.
Wang drängte Japan dazu, seine Verpflichtung einzuhalten, sich mit der Taiwan-Frage auf der Grundlage des Ein-China-Prinzips zu befassen und Chinas Souveränitäts- und Sicherheitsrechte in Bezug auf Tibet und Xinjiang zu respektieren.
„China und Japan sollten zusammenarbeiten, um das Ostchinesische Meer in ein Meer des Friedens, der Zusammenarbeit und der Freundschaft zu verwandeln“, heißt es in der Pressemitteilung.
Seit der Normalisierung der Beziehungen im Jahr 1972 haben China und Japan vier wichtige politische Dokumente sowie eine Vier-Punkte-Vereinbarung unterzeichnet.
Wang forderte beide Seiten auf, politisches Vertrauen aufzubauen, und forderte Japan auf, China als einen Partner statt als Rivalen zu behandeln und Chinas Entwicklung als eine Chance anstatt als Bedrohung zu betrachten.
Was die Taiwan-Frage anbelangt, so wird sich Japan an die Prinzipien halten, die in dem japanisch-chinesischen gemeinsamen Kommuniqué von 1972 niedergelegt sind, das die bilateralen Beziehungen normalisierte. Japan werde auch angemessen mit Fragen im Zusammenhang mit Tibet und Xinjiang umgehen, die Teil der inneren Angelegenheiten Chinas seien, laut Kono.
Die beiden Seiten begrüßten auch die Schaffung eines Kontaktmechanismus in der Luft und auf dem Meer zwischen den beiden Ländern und verpflichteten sich, das Abkommen so bald wie möglich zu unterzeichnen.
Die beiden Außenminister tauschten sich auch zu regionalen und internationalen Fragen, einschließlich der Koreanischen Halbinsel, aus. Sie gelobten, das Freihandelssystem gemeinsam zu schützen, die regionale wirtschaftliche Integration zu fördern und eine offene Weltwirtschaft aufzubauen.
Kono befindet sich vom 27. bis zum 28. Januar auf offiziellem Staatsbesuch in China.
(gemäß der Nachrichtenagentur Xinhua)


