
Das Foto zeigt die Produktionshalle der Bartec Thermal Control and Safety System (PingHu) Co., Ltd. in der Stadt Pinghu in der Provinz Zhejiang in Ostchina, 17. Januar 2025. (Pinghu Economic-Technological Development Zone/Handout via Xinhua)
HANGZHOU, 8. April (Xinhua) -- Auch nach fast sechs Monaten erinnert sich Benjamin Joithe, Geschäftsführer von Mankiewicz China, noch lebhaft an die Eröffnungsfeier der weltweit größten Produktionsstätte des Unternehmens in der ostchinesischen Provinz Zhejiang.
Am Tag der Feier empfing Joithe 50 Führungskräfte aus aller Welt, die Tausende von Kilometern gereist waren, um aus erster Hand zu erleben, was Chinas Entwicklung und Dynamik wirklich ausmachen.
„Unser Geschäft in China wächst rasant, insbesondere in der Luftfahrt- und Automobilbranche“, sagte Joithe. Der weltweit führende Lackhersteller verzeichnet seit Jahren ein anhaltendes Umsatzwachstum in China, das vor allem durch die florierende High-End-Fertigung des Landes angetrieben wird.
Im Rahmen des 15. Fünfjahresplans (2026-2030) werden aufstrebende strategische Branchen identifiziert, die gefördert werden sollen, darunter Informationstechnologie der neuen Generation, neue Energien, Robotik sowie Luft- und Raumfahrt. Deutsche Unternehmen mit tiefen Wurzeln in China reagieren darauf mit konkreten Plänen und neuen Investitionen.
„Wir sind zuversichtlich, ein stetiges Wachstum in China zu erzielen. Wir freuen uns darauf, mit unserem neuen Werk in Zhejiang alle Wachstumschancen der nächsten fünf Jahre zu nutzen“, sagte Joithe gegenüber Xinhua.
Joithes zuversichtliche Einschätzung wird von der Mehrheit der in China tätigen deutschen Unternehmen geteilt. In ihrer Umfrage zur Geschäftsstimmung 2025/2026 gab die Deutsche Handelskammer in China an, dass 93 Prozent der Befragten beabsichtigen würden, weiterhin auf dem chinesischen Markt tätig zu bleiben. Rund 65 Prozent äußerten sich zuversichtlich bezüglich Chinas wirtschaftlicher Entwicklung in den nächsten fünf Jahren.
Das deutsche Unternehmen NEURA Robotics bestätigt diesen Optimismus, nachdem es im vergangenen Jahr eine Niederlassung in Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang, gegründet hat.
Die in Chinas 15. Fünfjahresplan festgelegten Ziele einer qualitativ hochwertigen Entwicklung, einer weiteren Ausweitung der Öffnung auf hohem Niveau und des Teilens von Chancen mit dem Rest der Welt böten Unternehmen mit ausländischen Investitionen ein stabileres und vielversprechenderes Umfeld für Wachstum, sagte Yang Jun, CEO von NEURA Robotics (Hangzhou), in einem Exklusivinterview mit Xinhua.
„NEURA sieht deutlich Chinas Engagement und die anhaltenden Bemühungen, die Öffnung auf hohem Niveau weiter auszubauen und die bilateralen Investitionen mit starker institutioneller Unterstützung und industrieller Koordination zu vertiefen“, sagte Yang.
Nach Einschätzung von Beobachtern rührt dieser Optimismus von Chinas Entwicklung von einem Produktionszentrum zu einem globalen Knotenpunkt und Testfeld für technologische Innovationen her. Darüber hinaus bietet Chinas Engagement für eine Öffnung auf hohem Niveau ausländischen Investoren reichlich Möglichkeiten, sich an der industriellen Transformation des Landes zu beteiligen, und verschafft multinationalen Konzernen die dringend benötigte Stabilität und Vorhersehbarkeit.
Zudem ermutigt die Unterstützung durch lokale Behörden deutsche Unternehmen, den chinesischen Markt zu erschließen. Joithe erklärte gegenüber Xinhua, dass die Bereitschaft der lokalen Behörden, auf die Bedürfnisse der Unternehmen einzugehen, ihnen geholfen habe, eine zweite Fabrik in China zu errichten.
In der Wirtschafts- und Technologieentwicklungszone Pinghu in Zhejiang verzeichneten über 50 deutsche Unternehmen im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar. In diesem Jahr bekundeten mehrere Unternehmen bereits ihren Wunsch nach weiteren Investitionen.
„Wir werden unsere Dienstleistungen für ausländische Unternehmen verbessern und freuen uns auf eine noch engere Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland in den nächsten fünf Jahren“, sagte Mao Fangying, die für deutsche Investitionen in der Zone zuständige Beamtin.
Yang führte die Entwicklung von NEURA ebenfalls auf die Unterstützung vor Ort zurück. Die „Roboterstadt“ im Stadtbezirk Xiaoshan von Hangzhou, wo NEURA sich niedergelassen hat, ist laut Yang eine spezialisierte Industrieplattform, die von der Regierung geschaffen wurde, um internationale Unternehmen dabei zu unterstützen, Kontakte zur lokalen Industrie zu knüpfen und Teil der regionalen industriellen Modernisierung zu sein.
Zudem erweist sich die gesamte Stadt als günstiger Standort für das Geschäft. „Hangzhou ist eine der weltweit dynamischsten Städte für Forschung, Entwicklung und Anwendung im Bereich Robotik“, sagte Yang.
Das Unternehmen plant, in der Stadt sein „NEURA Gym“ einzurichten, wo Ingenieure humanoiden Robotern alltägliche Aufgaben beibringen und Technologien durch die Zusammenarbeit mit globalen Partnern vom Prototyp zur Anwendung weiterentwickeln werden.
Deutschland ist nach wie vor Chinas größter Handelspartner und die wichtigste Quelle ausländischer Investitionen in Europa, und die beiden Länder haben eine umfassende industrielle Integration erreicht.
Chinas Attraktivität für deutsche Unternehmen nimmt weiter zu. Aus Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) geht hervor, dass sich die neuen deutschen Direktinvestitionen in China im Jahr 2025 auf rund 7 Milliarden Euro beliefen und damit deutlich über den im Vorjahr verzeichneten rund 4,5 Milliarden Euro lagen.
Im Februar 2026 reiste Bundeskanzler Friedrich Merz an der Spitze einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation aus 30 Unternehmensvertretern nach China. Dabei unterzeichneten Unternehmen beider Länder mehr als zehn Geschäftsvereinbarungen, die Branchen wie den Automobil-, Maschinenbau-, Energie-, Logistik- und Finanzsektor umfassten.





