
Die undatierte Zeichnung zeigt einen Kanal, der einzelne Gebäude oder Brennöfen an der Fundstätte Wangchenggang in Dengfeng in der Provinz Henan in Zentralchina miteinander verbindet. (Provinzinstitut für Kulturerbe und Archäologie von Henan/Handout via Xinhua)
ZHENGZHOU, 10. April (Xinhua) -- In der zentralchinesischen Provinz Henan wurde ein etwa 4.000 Jahre altes künstliches Wasserkanalsystem freigelegt, das wichtige Hinweise auf die organisatorischen Fähigkeiten auf staatlicher Ebene und die städtische Struktur der Xia-Dynastie (2070 v. Chr. - 1600 v. Chr.), Chinas frühester bekannter Dynastie, liefert, teilten die Behörden am Donnerstag mit.
Die Entdeckung an der Fundstätte Wangchenggang in Dengfeng in Henan wurde auf einem Forum vorgestellt, auf dem die neuesten archäologischen Funde der Provinz präsentiert wurden.
An der Fundstätte wurden zwei neue künstliche Kanäle aus der frühen Xia-Dynastie identifiziert, die jeweils etwa drei Meter breit sind und eine bestätigte Länge von über 120 Metern aufweisen. Die von Norden nach Süden verlaufenden Kanäle waren mit einem etwa 10 Meter breiten Wassergraben verbunden und bildeten laut Ma Long, einem lokalen Archäologen, der die Ausgrabungen vor Ort leitet, ein komplettes System für Wasserversorgung, Entwässerung und räumliche Zonierung.
„Die beiden Kanäle sind in ihrer Form einheitlich und zeugen von einem hohen Niveau an Planung, Gestaltung und technischen Standards“, sagte Ma. Für den Bau seien schätzungsweise Tausende Kubikmeter Erde abgetragen worden - eine Aufgabe, die nur mit groß angelegter, gut organisierter Arbeitskraft bewältigt werden konnte, fügte er hinzu.
Neben den Kanälen und dem Wassergraben wurden mehrere kleinere Rinnen mit einer Breite zwischen 0,3 und einem Meter freigelegt. Diese Rinnen waren mit einzelnen Gebäuden oder Brennöfen verbunden und ermöglichten die schnelle Ableitung von Regen- und Abwasser, wodurch das Wohnumfeld trocken gehalten wurde.
„Ein derart großes und hierarchisch strukturiertes künstliches Wasserkanalsystem deutet darauf hin, dass die Stätte Wangchenggang bereits in der Xia-Dynastie über einheitliche Organisationskapazitäten und standardisierte ingenieurtechnische Praktiken verfügte“, sagte Yang Wensheng, stellvertretender Direktor des Instituts für Kulturerbe und Archäologie der Provinz Henan. Dies diene als wichtiger archäologischer Beweis für die Reife der frühen Staatsbildung, fügte er hinzu.
Derzeit laufen weitere Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten.





