Eine Trägerrakete vom Typ „Smart Dragon-3“ mit den Hyperspektralsatelliten „Oriental Smart Eye 01“ und „02“ startet von den Gewässern vor der Stadt Haiyang in der Provinz Shandong in Ostchina, 5. August 2026. (Foto von Song Xiongye/Xinhua)
HAIYANG, 6. August (Xinhua) -- Eine Trägerrakete, die am Mittwoch von den Gewässern vor der ostchinesischen Provinz Shandong aus gestartet wurde, hat zwei Hyperspektralsatelliten in die Umlaufbahn gebracht. Diese sollen hochpräzise Beobachtungen in China sowie die großflächige Überwachung von Land und Meer weltweit unterstützen.
Die Trägerrakete vom Typ „Smart Dragon-3“ (SD-3) startete um 10:38 Uhr (Ortszeit Beijing) in der Nähe der Stadt Haiyang und brachte die Hyperspektralsatelliten „Oriental Smart Eye 01“ (OSE) und „02“ in ihre vorgesehenen Umlaufbahnen. Die Offshore-Mission wurde vom Weltraumbahnhof Taiyuan Satellite Launch Center durchgeführt.
Die Satelliten wiegen jeweils rund 300 Kilogramm und sind jeweils mit einem Hyperspektral-Imager ausgestattet, der über 22 kalibrierte Spektralbänder, eine räumliche Auflösung von 5 Metern und eine Bildaufnahmebreite von 300 Kilometern verfügt. Zusammen sind die beiden Satelliten laut Angaben des Entwicklers so ausgelegt, dass sie alle fünf Tage die gesamte Erde erfassen können.
Die beiden OSE-Satelliten können nicht nur Bilder aufnehmen, sondern auch das Beobachtete interpretieren.
Im Gegensatz zur herkömmlichen optischen Bildgebung erfasst die hyperspektrale Beobachtung ein detailliertes Spektrum für jedes Bildpixel. Diese „spektralen Fingerabdrücke“ können dabei helfen, Materialien zu unterscheiden und Eigenschaften zu messen, darunter Chlorophyll und Feuchtigkeit in der Vegetation, Wasserqualität, organische Substanz im Boden sowie die mineralische Zusammensetzung.
Die Satelliten verfügen an Bord zudem über KI-gestützte Rechenmodule, deren Rechenleistung bis zu 400 Billionen Operationen pro Sekunde beträgt.
Die Module sind dafür ausgelegt, erste Verarbeitungsschritte bereits im Orbit durchzuführen, anstatt alle Rohbilder zur Verarbeitung an den Boden zu übertragen. Dazu gehören die Erkennung von Anomalien, die Identifizierung von Oberflächenmerkmalen, intelligente Komprimierung und Merkmalsextraktion. Dies könnte die Menge der herunterzuladenden Daten reduzieren und die Zeit bis zur Bereitstellung verwertbarer Informationen von Tagen auf Minuten verkürzen.
Nach ihrer Inbetriebnahme werden die beiden Satelliten mit einem separaten, bereits im Orbit befindlichen hochauflösenden Satelliten zusammenarbeiten, um ein System zu bilden, das großflächige Erhebungen mit detaillierten Beobachtungen kombiniert.





