Zweite Generation bringt Innovation in chinesische Familienbetriebe
BEIJING, 11. August (Xinhuanet) -- Eine Generation junger, kluger Unternehmer übernimmt den Betrieb ihrer Eltern und bringt frischen Wind hinein.
Familienbetriebe sind in den 1980er Jahren aufgekommen, als China die Tore zum Rest der Welt geöffnet hat. Doch nun treten sie in eine neue Phase ein: die zweite Generation übernimmt. Einem Bericht von der Gesamtchinesischen Vereinigung für Industrie und Handel zufolge werden 75 Prozent dieser Unternehmen in den kommenden Jahren durch neue Technologie umgewandelt.
Der alte Weg, ein Unternehmen zu führen, ändert sich nach und nach, auch wenn es einst große Gewinne generierte. Die Hurun-Liste 2015 der weltweit reichsten Personen zeigt, dass sich der Gesamtnettowert der chinesischen Milliardäre auf 1,2 Billionen Dollar beläuft. In China gibt es mittlerweile mehr Selfmade-Milliardäre als irgendwo anders auf der Welt.
"Unternehmer in China sind zusammen mit Chinas Entscheidung der Öffnung des Landes entstanden", erklärt Zhang Weijiong, Vize-Präsident der China Europe International Business School (CEIBS), auf dem CEIBS China Family Heritage Forum 2015 vergangenen Monat. "Jetzt sind viele Familienunternehmen (die in den 1980er Jahren begonnen wurden) im Übergang der Nachfolge von der ersten zur zweiten Generation." Ein reibungsloser Übergang wird entscheidend für die Wirtschaft Chinas in den kommenden Jahren sein. Eine der größten Herausforderungen, vor denen die neue Generation der Unternehmensführer steht, ist die, ihre Eltern zu überzeugen, mit der Zeit zu gehen und in High-Tech-Herstellung zu investieren, denn das wird die Qualität ihrer Produkte erhöhen.
Letzten Endes haben die Unternehmer der ersten Generation ihr Vermögen im Schweiße ihres Angesichts verdient, indem sie Billigware für den Export, wie Schuhe, Kleidung und Elektrogeräte, während der boomenden weltweiten Wirtschaft produziert hat. Dies hat sich geändert. Die Rezession in den USA und Europa nach der Finanzkrise 2008 hat die Bestellungen aus dem Ausland stark getroffen, während Länder wie Vietnam, Indonesien, Kambodscha und Bangladesch mittlerweile Bekleidungs- und Schuhunternehmen in China unterbieten. Für die zweite Generation der Familienbetriebe ist die Aufgabe in der turbulenten Geschäftswelt offensichtlich. Doch während Innovation und Ideen notwendig sind, ist es wichtig, dass sie die kulturellen Werte ihrer Eltern beibehalten.
Raphael Amit, Professor für Management an der Wharton School der Universität Pennsylvania in den USA, stellt ein neues Hauptgebiet heraus, das Familienbetrieben helfen kann, zuversichtlich in die Mitte des 21. Jahrhunderts zu steuern. Die Mehrheit der Manager der zweiten Generation ist im Ausland ausgebildet worden und hat eine breitere globale Perspektive als ihre Eltern in Bezug auf Unternehmertätigkeit. "Dies wird wichtig werden", meint er. "Doch einen Familienbetrieb zu führen, kann ein schwieriger Balance-Akt sein. Man muss Wachstum und Finanzkapital bewahren, während man eine reibungslose Nachfolge gewährleistet."
Ein weiterer entscheidender Aspekt bei der Übergabe dieser Firmen von einer Generation zur nächsten ist die Vermögensverwaltung. Vergangenen Monat wurde ein CEIBS-Bericht über die Risikodiversifikation von grenzüberschreitendem Vermögen und ererbtem Eigenkapital für Firmenbesitzer mit über zehn Millionen Yuan veröffentlicht. "Privat besessene Unternehmen in China haben nicht nur Jobs für über 60 Prozent der Bevölkerung geschaffen, sondern sie haben auch große Vermögen geschaffen, die gut verwaltet werden müssen", so Rui Meng, Co-Direktor des CEIBS Centre for Family Heritage. "Wir rechnen damit, dass wohlhabende Familienbetriebe ihr Vermögen geplant übergeben, und zwar mit der Hilfe von spezialisierten Finanzplanern."
Doch nicht jeder sucht "professionellen" Rat. In dem Bericht wurde herausgestellt, dass über die Hälfte der befragten 112 Familienbetriebe immer noch ihr eigenes Vermögen verwalten. Trotzdem haben sich 40,2 Prozent dieser Unternehmen zu Vermögensverwaltungsunternehmen gewandelt.
(Quelle: german.china.org.cn)
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