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Taiwan-Experten bewerten Treffen zwischen Xi Jinping und Ma Ying-jeou positiv

TAIPEH, 8. November (Xinhua) -- Politische Beobachter Taiwans haben das Treffen zwischen Xi Jinping und Ma Ying-jeou am Samstag in Singapur begrüßt. Sie drückten die Hoffnung aus, die Sitzung könne einen wichtigen Beitrag zur Schlichtung von Streitigkeiten und zur Verbesserung der Kontakte zu beiden Seiten der Taiwanstraße leisten.

Chao Chun-Shan, Präsident der Stiftung für asiatisch-pazifische Friedensstudien, betonte, das Treffen habe in einer „sehr harmonischen Atmosphäre“ stattgefunden. Chao war anlässlich des Treffens nach Singapur gereist und kehrte am frühen Sonntagmorgen nach Taipei zurück.

„Beide Spitzenpolitiker wiesen ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen auf. Beide Seiten zeigten Ernsthaftigkeit und die Bereitschaft, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren und die kritischen Punkte vorläufig zu legen“, so Chao bei einem Seminar vor Ort.

Es war das erste Treffen der Leiter zu beiden Seiten der Taiwanstraße. Es könne nicht erwartet werden, dass sämtliche Probleme im Rahmen einer einzigen Sitzung beigelegt werden, so Chao. Er fügte hinzu, nur über einen längeren Zeitraum hinweg könnten die genannten Probleme umfassend gelöst werden.

„Die Ergebnisse dieses Treffens haben meine Erwartungen weit übertroffen. Sie werden nicht nur den Beziehungen zu beiden Seiten der Taiwanstraße zugute kommen, sondern auch zu Frieden und Stabilität in der gesamten Asien-Pazfik-Region beitragen“, ergänzte er.

Mignonne Chan, eine lokale Gesetzgeberin, wies darauf hin, die Sitzung habe gezeigt, dass Taiwan sich als Teilnehmer an einer konstruktiven Beziehung engagiere, anstelle als Unruhestifter aufzutreten.

Das Treffen biete zudem den Menschen Taiwans die Chance, sorgfältig die Entwicklung der Beziehungen zu beiden Seiten der Taiwanstraße zu reflektieren und zu erfassen, unter welchen Bedingungen sich die Beziehungen in der Vergangenheit gestalteten, so Chan.

Sie lobte das Festland für die Wahl, einen Weg der friedlichen Entwicklung eingeschlagen und einen „flexiblen und pragmatischen Ansatz“ gefunden zu haben.

Professor Tso Chen-dong vom Institut für Politikwissenschaften der Universität Taiwan sagte der Nachrichtenagentur Xinhua, die Gespräche zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße könnten der ganzen Welt als Vorbild der Streitschlichtung dienen. Trotz ihrer komplizierten Vergangenheit und zahlreicher Differenzen seien Gespräche und die Lösungssuche möglich geworden.

Alle führenden Zeitungen behandelten das Treffen im Detail und unterstrichen dessen Bedeutung für die Zukunft der Region.

Die auf Taiwan niedergelassene Economic Daily schrieb in einem Leitartikel, beide Seiten hätten „die von der Geschichte hinterlassene tiefe Schlucht“ überquert und seien so in ihren Beziehungen einen großen Schritt vorangekommen. „Beiden Seiten der Taiwanstraße bieten sich nun größere Möglichkeiten für die Zusammenarbeit. Die Menschen werden den Frieden genießen“, so der Artikel.

Allerdings bestehen auch Bedenken, wie sich die Beziehungen nach dem Treffen gestalten könnten.

Auch Kou Chien-wen, Leiter des Graduiertenkollegs des Fachbereichs für Ostasienwissenschaften an der Universität von Chengchi, verwies auf die große Bedeutung des Treffens. Dennoch müssten die Verbesserungen der Beziehungen zu beiden Seiten der Taiwanstraße auch in konkreten politischen Maßnahmen ihren Niederschlag finden.

„Wir hoffen, dass nach diesem hochgradigen Treffen beide Seiten bei schwierigen Problemen Fortschritte machen können, die bisher in den regulären Verhandlungen nicht erzielt werden konnten“, so Kou Chien-wen.

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