Yong’an, Fujian: Schriften als Waffe in den Kriegsjahren

FUZHOU, 31.August (Xinhua) -- In dem Dorf Xiahe der Stadt Yong’an in der Provinz Fujian trotze vor über 70 Jahren eine kleine Gruppe von Zeitungsverlegern dem Geschützfeuer der japanischen Armee und arbeitete in den Mauern des alten Ahnentempels unermüdlich an ihren Veröffentlichungen, die sich wie ein Lauffeuer in alle Winkel des Landes ausbreiteten. Und dies ist nur ein kleiner Teil der Yong’aner Publizistik-Kultur zur Zeit des Widerstandskriegs.

Im Mai 1938 fiel der japanische Aggressor über die küstennahen Gebiete in Südostchina her und brachte nichts als Chaos und Zerstörung. In dieser dunklen Zeit griff eine handvoll Literaten nicht zum Gewehr, sondern zur Feder, denn in ihr erkannten sie die stärkere Waffe. Und so erhoben sie bald im ganzen Land ihre Stimme für Solidarität und Einheit im Antijapanischen Widerstandskrieg.

„Damals hatte Yong’an gut 70.000 Einwohner und etwa die Hälfte von ihnen waren Zugezogene.“ Der Leiter des Stadtmuseums in Yong’an Luo Jingguan berichtet, dass unter ihnen auch der berühmte Schriftsteller Li Liewen, der Literaturkritiker Yang Chao (alias Yangzao) und der Maler Sa Yifo waren. Nach ihrer Ankunft in Yong’an widmeten sie sich dem Widerstandskrieg an der literarischen und kulturellen Front.

Unter vielen fortschrittlichen Publikationen der Zeit war die Zeitschrift „Gaijin“ („Verbesserung“) am einflussreichsten. Der damalige Chefherausgeber Li Liewen rief im Vorwort seine Leser in Südostchina auf: „In größter Ermangelung jener geistigen Nahrung, derer wir so dringend bedürfen, ... lasst uns in den Tiefen des Winters ein Feuer entzünden, uns gegenseitig zu wärmen und schließlich im Angesicht unserer schwindenden Kräfte das Verlorene doch noch zurück zu erringen.“ Es waren literarische Größen wie Guo Moruo, Ba Jin, Lao She, Ai Qing, Zhu Ziqing und Fan Changjiang, die in der Folge in „Gaijin“ viel beachtete Artikel veröffentlichten.

„Laobaixing Bao“ („Zeitschrift der einfachen Leute“) war eine unter direkter Führung im Untergrund operierender Mitglieder der Kommunistischen Partei herausgegebene Publikation. Sie berichtete über die Erfolge der „Achte-Route-Armee“ und der „Neuen Vierten Armee“ und verbreitete einen wichtigen Artikel, in dem die politischen Prinzipien der Zusammenarbeit mit der Sowjetunion, der chinesischen Einheitsfront, sowie der Unterstützung der Bauern und Arbeiter propagiert wurden.

Gemäß unvollständiger Statistiken gab es in Yong’an damals 30 professionelle Verlage, 20 unabhängige Herausgeber, vier Nachrichtenagenturen, 40 akademische Vereinigungen, 20 Druckereien, zwölf Tageszeitungen, verschiedenste Buchreihen, 40 Magazine und 130 sonstige regelmäßige Veröffentlichungen.

„Yong’an ist als ein kulturelles Zentrum des Widerstandskriegs von nationaler Bedeutung, in dem viele Patrioten und Intellektuelle zusammen kamen. Indem sie ihre Überzeugungen über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg und sogar an viele Auslandschinesen propagierten, schafften sie ein Klima des Widerstandes, dass sich tief in den Köpfen und Herzen der Menschen verankerte. Sie trugen ein strahlendes Kapitel zur Geschichte der chinesischen Revolution wie auch zur Kulturgeschichte Chinas bei“, so Museumsdirektor Luo Jingguan.

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